In diesem Artikel erfährst du, welche wichtigen steuerlichen Änderungen es aktuell in Dubai gibt und worauf du achten solltest.
Du denkst über Dubai nach? Das Steuerthema ist vermutlich ein Hauptgrund dafür. Keine Einkommensteuer hört sich fantastisch an. Und stimmt auch größtenteils. Aber nicht vollständig. In Kürze: Die wichtigsten Punkte zu Steuern in Dubai findest du hier kompakt zusammengefasst.
Dubai erhebt tatsächlich keine Einkommensteuer auf dein Gehalt oder deine Einnahmen. Andere Steuern und Abgaben existieren trotzdem. Du solltest sie kennen, bevor du umziehst. Manche sind neu, andere überraschen, einige können richtig teuer werden, wenn du unvorbereitet bist.
Ich erkläre dir ehrlich, welche Steuern in Dubai wirklich anfallen, was die VAE seit 2023 verändert haben und für wen der Umzug trotzdem sinnvoll ist. Ohne Verkaufsgerede, sondern mit echten Zahlen und Beispielen.
Was macht Dubai steuerlich so attraktiv?
Das Offensichtliche: Dubai erhebt keine Einkommensteuer. Punkt. Das bedeutet: Du arbeitest dort – angestellt oder selbstständig – und behältst dein komplettes Gehalt. Keine 42% Einkommensteuer wie in Deutschland, keine progressiven Steuersätze, kein Finanzamt, das die Hälfte nimmt.
Das ist schon beeindruckend.
Aber da ist noch mehr. Dubai hat keine Erbschaftssteuer. Du gibst dein Vermögen komplett an deine Kinder weiter. Keine Vermögensteuer – das macht Dubai besonders attraktiv für vermögende Investoren, die ihr Vermögen steuerlich effizient schützen möchten. Dein Erspartes bleibt unberührt. Keine Kapitalertragsteuer auf private Investments (solange du nicht gewerblich handelst). Deine Aktiengewinne gehören dir. Auch Kapitalgewinne werden in Dubai nicht besteuert, was Investitionen besonders lohnenswert macht.
Klingt unrealistisch? Ist aber real. Für Privatpersonen.
Warum macht Dubai das?
Die VAE – und Dubai als Teil davon – haben jahrhundertelang anders Geld verdient. Erst durch Handel, dann durch Öl, heute durch Tourismus, Immobilien und als Business-Hub. Das Steuersystem war unnötig. Die Einnahmen kamen woanders her.
Seit den 1970ern, als das Öl sprudelte, wurde diese Struktur gefestigt. Keine Einkommensteuer war das Lockmittel für Talente weltweit. Und hat funktioniert. Heute leben in Dubai fast 90% Ausländer – aus über 200 Nationen. Die Stadt ist ein riesiger Schmelztiegel von Unternehmern, Fachkräften, Investoren. Menschen aus aller Welt prägen das gesellschaftliche Leben Dubais, wodurch eine multikulturelle Gesellschaft mit vielfältigen kulturellen Einflüssen entstanden ist.
Das Steuersystem in Dubai war bewusst einfach: Komm, arbeite, verdiene, behalte dein Geld.
Seit ein paar Jahren ändert sich das Bild. Langsam, aber spürbar.
Die Körperschaftsteuer: Seit 2023 wird’s ernst für Unternehmen
Hier kommt der Game-Changer: Seit Juni 2023 gibt’s in Dubai eine Körperschaftsteuer von 9%. Diese wird international als „Corporate Tax“ bezeichnet und ist Teil der neuen Steuerregelung zur Besteuerung von Unternehmen in Dubai. Die Einführung der Corporate Tax ist Teil der Bemühungen um mehr Steuertransparenz und die Einhaltung internationaler Standards. Sie gilt nur für Unternehmen, die in Dubai tätig sind und nicht in einer Freihandelszone registriert sind.
Wie läuft das ab?
Die Körperschaftsteuer greift bei einem Jahresgewinn über AED 375.000 – dies ist die Schwelle für die Steuerpflicht. Unternehmen mit einem Umsatz unterhalb dieser Grenze profitieren vom sogenannten Small Business Relief, das sie steuerlich entlastet und die Steuerlast auf null reduziert. Die Bedeutung des Umsatzes als Schwellenwert ist entscheidend, da Unternehmen mit geringem Umsatz komplett steuerfrei bleiben. Alles darunter? Steuerfrei. Alles darüber? 9% auf den Nettogewinn, also den bereinigten buchhalterischen Gewinn nach Abzug aller Kosten und Ausgaben. Die Höhe der Steuerlast steigt entsprechend mit dem Jahresgewinn und kann für Unternehmen mit hohem Gewinn beträchtlich sein. Die Einnahmen aus der Körperschaftsteuer plant die Regierung von Dubai gezielt für Infrastrukturprojekte und die Förderung von Start-ups einzusetzen.
Ein Beispiel: Du führst ein Online-Business in Dubai und machst 500.000 AED Gewinn im Jahr. Die ersten 375.000 AED sind steuerfrei. Auf die restlichen 125.000 AED zahlst du 9% – das wären 11.250 AED, also etwa 2.800 Euro. Die Körperschaftsteuer wird dabei auf den bereinigten buchhalterischen Nettogewinn erhoben.
Ist das viel oder wenig?
Ehrlich gesagt: wenig. Vergleich das mit Deutschland (bis zu 30% Körperschaftsteuer plus Gewerbesteuer), Österreich (25%) oder der Schweiz (je nach Kanton 12-24%). Mit 9% liegt Dubai international am unteren Ende.
Aber – und das ist wichtig – es ist trotzdem eine Steuer. Für viele Unternehmer, die wegen „null Steuern” nach Dubai gegangen sind, war das ein kleiner Schock. Manche hatten ihre Firmen schon seit Jahren dort, immer mit 0% Körperschaftsteuer. Plötzlich mussten sie umdenken.
Die VAE haben das eingeführt, weil der internationale Druck gestiegen ist. Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) hat Länder mit sehr niedrigen Steuersätzen ins Visier genommen. Dubai wollte nicht als „Steueroase” abgestempelt werden. Also: minimale Körperschaftsteuer, um global mitzuspielen. Die neuen Steuergesetze wurden mit großer Kraft umgesetzt, um die Wirksamkeit und das Durchsetzungsvermögen des neuen steuerlichen Rahmens zu unterstreichen.
Für wen gilt die Körperschaftsteuer?
Alle Unternehmen in den VAE – außer Freezone Firmen mit bestimmten Voraussetzungen. Manche Freizonen bieten weiterhin 0% Körperschaftsteuer, wenn du ausschließlich außerhalb der VAE Geschäfte machst. Das nennt sich „Qualifying Free Zone Person” (QFZP). Zu den Voraussetzungen für die Steuerbefreiung von Freezone Firmen zählen unter anderem, dass die Geschäftstätigkeit nur außerhalb der VAE erfolgt und bestimmte regulatorische Anforderungen sowie Lizenzbedingungen erfüllt werden müssen.
Klingt kompliziert? Ist es auch ein bisschen. Deshalb solltest du das mit einem Steuerberater klären, bevor du eine Firma in Dubai gründest. Die Regeln sind neu und ändern sich noch.
Mehrwertsteuer: 5% seit 2018
Hier wird’s interessant für alle – nicht nur für Unternehmer. Seit 2018 gibt’s in Dubai eine Mehrwertsteuer (VAT) von 5%. Die Mehrwertsteuer ist die wichtigste indirekte Steuer in Dubai und prägt das Steuersystem maßgeblich. Bei der Mehrwertsteuer handelt es sich um eine Art Verbrauchssteuer, die auf fast alle Waren und Dienstleistungen erhoben wird.
Du kaufst ein Handy? Plus 5% VAT. Du gehst essen? Plus 5%. Du buchst ein Hotel? Plus 5%. Du tankst? Plus 5%.
5% klingt erst mal wenig – und ist es auch, verglichen mit Deutschland (19%), Österreich (20%) oder der Schweiz (8,1%). Aber es summiert sich natürlich.
Beispiel: Du gibst monatlich 2.000 Euro für Lebenshaltung aus (Essen, Shopping, Transport, Entertainment). Die VAT macht dann 100 Euro aus. Im Jahr sind das 1.200 Euro.
Was ist von der VAT befreit?
Nicht alles wird besteuert. Ausnahmen gibt’s für:
Gesundheitsleistungen (Arztbesuche, Medikamente mit Rezept) – meist VAT-frei. Bildung (Schulen, Unis) – oft befreit. Finanzdienstleistungen (manche Bankprodukte, Versicherungen) – keine VAT. Wohnimmobilien (Erstkauf oder Miete) – keine VAT auf Wohnraum.
Das heißt: Deine Miete bleibt VAT-frei. Dein Arztbesuch auch. Aber dein Kaffee bei Starbucks, dein neues Laptop und dein Uber? Da kommen die 5% drauf.
Warum wurde die VAT eingeführt?
Dubai wollte seine Einnahmequellen diversifizieren. Öl ist endlich, Tourismus schwankt (siehe Corona). Eine Mehrwertsteuer ist eine stabile, breite Einnahmequelle. Und 5% sind niedrig genug, dass es nicht abschreckt, aber hoch genug, um Milliarden einzubringen.
Für dich als Privatperson ändert das nicht mega viel. Du zahlst halt ein bisschen mehr beim Einkaufen. Aber im Vergleich zu europäischen Steuersätzen ist es immer noch ein Schnäppchen.
Gibt es eine KFZ-Steuer in Dubai?
Nein. Aber ja. Verwirrend? Lass mich erklären.
Dubai hat keine klassische KFZ-Steuer wie in Deutschland (basierend auf Hubraum oder CO2-Ausstoß). Du zahlst also keine jährliche Autosteuer. Allerdings solltest du die speziellen Gegebenheiten vor Ort beachten, da diese die Nutzung und die Kosten für den Betrieb eines Fahrzeugs in Dubai maßgeblich beeinflussen. Aber: Es gibt andere Auto-Kosten, die du kennen solltest.
Registrierungsgebühren
Wenn du ein Auto kaufst, musst du es registrieren lassen. Das kostet je nach Fahrzeugwert zwischen 400 und 600 AED (etwa 100-150 Euro). Jährlich musst du die Registrierung erneuern – nochmal etwa 400 AED.
Dazu kommt eine Gebühr für die Nummernschilder. Und wenn du eine schicke Nummer willst (ja, in Dubai sind individuelle Kennzeichen ein Status-Symbol), kann das richtig teuer werden. Wir reden von Tausenden bis Millionen Dirham. Aber das ist optional. Eine normale Nummer kostet fast nichts.
Maut und Salik
In Dubai gibt’s ein automatisches Mautsystem namens Salik. Jedes Mal, wenn du durch eine Mautstation fährst (davon gibt’s mehrere in der Stadt), werden dir automatisch 4 AED (etwa 1 Euro) abgezogen. Klingt wenig, aber wenn du täglich pendelst, summiert sich das: 8 AED pro Tag, 240 AED im Monat, knapp 3.000 AED im Jahr (etwa 750 Euro).
Also, nein: keine klassische KFZ-Steuer. Aber Gebühren gibt’s trotzdem. Sie sind nur anders verpackt.
Steuerpflicht: Wann musst du in Dubai wirklich Steuern zahlen?
Hier wird’s wichtig, besonders wenn du aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz kommst. Denn nur weil du nach Dubai ziehst, heißt das nicht automatisch, dass du in deinem Heimatland keine Steuern mehr zahlen musst. Als deutscher Steuerzahler solltest du beachten, dass bei einem Wegzug nach Dubai weiterhin steuerliche Verpflichtungen gegenüber Deutschland bestehen können, insbesondere wenn du noch Einkünfte aus Deutschland beziehst. Für Personen, die ihren Wohnsitz nach Dubai verlegen, ist die steuerliche Behandlung natürlicher Personen in Bezug auf die Verlagerung des Lebensmittelpunkts und die daraus resultierenden Steuerpflichten besonders relevant.
Wegzug und Steuerpflicht
Wenn du deinen Wohnsitz nach Dubai verlegst, musst du dich in Deutschland/Österreich/Schweiz abmelden. Das allein reicht aber nicht. Das Finanzamt prüft, wo dein „Lebensmittelpunkt“ ist.
Kriterien dafür: Wo hältst du dich mehr als 183 Tage im Jahr auf? Wo ist dein Hauptwohnsitz? Wo sind deine engsten persönlichen Beziehungen (Familie, Freunde)? Wo verdienst du dein Geld?
Wenn du in Dubai wohnst, dort arbeitest und dich dort mehr als 183 Tage aufhältst, bist du in Deutschland nicht mehr unbeschränkt steuerpflichtig. Das bedeutet: keine deutsche Einkommensteuer mehr auf deine weltweiten Einkünfte.
Aber: Es gibt Ausnahmen und Fallen.
Die 10-Jahres-Frist bei der Wegzugsbesteuerung
Wenn du Anteile an einer Firma hast (mindestens 1% Beteiligung) und diese Firma in Deutschland sitzt, greift die sogenannte Wegzugsbesteuerung. Deutschland besteuert dann die stillen Reserven (also den Wertzuwachs deiner Anteile), als hättest du sie verkauft. Auch wenn du sie gar nicht verkauft hast.
Das kann richtig teuer werden. Deshalb solltest du als Unternehmer unbedingt einen Steuerberater konsultieren, bevor du nach Dubai gehst.
Doppelbesteuerungsabkommen
Hier kommt ein wichtiger Punkt: Deutschland, Österreich und die Schweiz haben KEIN Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mit den VAE. Laut Artikel 4 des OECD-Musterabkommens, der häufig als Grundlage für steuerliche Regelungen zwischen Ländern dient, werden die steuerlichen Bestimmungen und Definitionen zur Ansässigkeit und Besteuerung geregelt. Seit 2021 besteht zudem kein Doppelbesteuerungsabkommen mehr zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Das bedeutet theoretisch, dass Einkünfte in beiden Ländern besteuert werden könnten.
In der Praxis ist das für die meisten Privatpersonen kein Problem, weil Dubai eben keine Einkommensteuer erhebt. Aber es kann kompliziert werden, wenn du Einkünfte aus mehreren Ländern hast – zum Beispiel Mieteinnahmen aus Deutschland oder Dividenden aus einer österreichischen Firma.
Lass dich da beraten. Wirklich. Bei Weltweit versichert sehen wir immer wieder Leute, die nach Dubai gehen und sich nicht um die steuerliche Seite kümmern – und dann böse überrascht werden, wenn das deutsche Finanzamt nachfragt. Damit dir das nicht passiert, solltest du dich aus Deutschland abmelden, bevor du ins Ausland gehst.
Steuerpflichtiges Einkommen: Was wird in Dubai wirklich besteuert?
Falls du überlegst, nach Dubai zu ziehen oder dort ein Business zu starten, fragst du dich sicher: Welche Steuern kommen da überhaupt auf mich zu – und wo spare ich wirklich Geld? Hier die Fakten: Dubais Steuersystem funktioniert völlig anders als das deutsche – viel einfacher, aber mit ein paar Besonderheiten, die du vorher wissen musst.
Weitere versteckte Kosten und Abgaben in Dubai
Dubai mag keine Einkommensteuer haben, aber es gibt andere Wege, wie der Staat Geld einnimmt. Wer einen längeren Aufenthalt in Dubai plant, muss die rechtlichen und zeitlichen Rahmenbedingungen beachten, insbesondere in Bezug auf Visumsanforderungen und Aufenthaltsgenehmigungen. Hier ein paar Beispiele:
Tourismussteuer
Wenn du in Dubai ein Hotel buchst, zahlst du pro Nacht eine Tourismussteuer – zwischen 7 und 20 AED (etwa 2-5 Euro), je nach Hotelkategorie. Das merkst du meist erst auf der Rechnung. Als Tourist ist das okay. Aber wenn du frisch in Dubai bist und erst mal ein paar Wochen im Hotel lebst, summiert sich das.
Alkoholsteuer
Dubai ist ein muslimisches Emirat, aber Alkohol ist erlaubt – allerdings teuer. Es gibt eine hohe Importsteuer auf alkoholische Getränke. Ein Bier in einer Bar kann dich locker 10-15 Euro kosten. Eine Flasche Wein im Restaurant? 50-100 Euro, easy.
Das ist keine offizielle „Alkoholsteuer“ im klassischen Sinne, aber de facto zahlst du deutlich mehr als in Europa.
Gebühren für Visa und Lizenzen
Um in Dubai zu leben und zu arbeiten, brauchst du ein Residency Visa. Das kostet – je nach Typ – zwischen 3.000 und 10.000 AED (etwa 750-2.500 Euro) jährlich. Dazu kommen Gebühren für medizinische Untersuchungen (verpflichtend für das Visa), Emirates ID (etwa 200 AED) und weitere administrative Kosten.
Wenn du eine Firma gründest, brauchst du eine Trade License. Die kostet je nach Freizone oder Mainland zwischen 5.000 und 50.000 AED (etwa 1.250-12.500 Euro) pro Jahr.
Das sind keine Steuern im klassischen Sinn, aber Kosten, die du einplanen musst.
Für wen lohnt sich Dubai steuerlich wirklich?
Jetzt mal ehrlich: Dubai ist nicht für jeden das Steuerparadies. Besonders für Geschäftsleute bietet Dubai jedoch durch seine attraktiven steuerlichen Vorteile einen bedeutenden Anreiz, geschäftliche und finanzielle Aktivitäten in die Region zu verlagern.
Für Angestellte
Wenn du als Angestellter nach Dubai gehst und dort arbeitest, ist es mega attraktiv. Keine Einkommensteuer heißt: Dein Bruttogehalt ist fast dein Nettogehalt (minus Sozialversicherungen, falls du die abschließt – aber das ist optional). Ein Gehalt von 10.000 Euro brutto in Deutschland bedeutet etwa 5.500-6.000 Euro netto. Dasselbe Gehalt in Dubai? Fast 10.000 Euro netto. Auch Renten aus dem Ausland werden in Dubai nicht besteuert, was besonders für Rentner interessant ist, die ihre Renteneinkünfte steuerfrei beziehen möchten.
Krass, oder?
Aber: Die Lebenshaltungskosten in Dubai sind nicht niedrig. Mieten sind teuer (besonders in zentralen Lagen), Schulen für Kinder können 10.000-30.000 Euro PRO JAHR kosten, Autos sind zwar billiger als in Europa, aber Benzin (okay, das ist günstig) und Maut summieren sich.
Trotzdem: Du sparst als Angestellter wahrscheinlich mehr in Dubai als in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.
Für Unternehmer
Hier wird’s spannend. Mit der neuen Körperschaftsteuer von 9% ist Dubai immer noch sehr attraktiv, aber nicht mehr steuerfrei. Wenn dein Unternehmen hohe Gewinne macht (sagen wir, 500.000 Euro plus im Jahr), sparst du immer noch Zehntausende Euro im Vergleich zu Deutschland.
Aber: Die administrativen Hürden sind gestiegen. Du brauchst einen lokalen Sponsor (je nach Firmenstruktur), musst Buchhaltung nach VAE-Standards führen, und die Regeln ändern sich ständig. Das kann stressig sein.
Für digitale Nomaden, die nur eine kleine Firma haben (sagen wir, unter 100.000 Euro Gewinn), lohnt sich Dubai vielleicht weniger – vor allem, wenn du die hohen Setup-Kosten und Lebenshaltungskosten einrechnest. Länder wie Portugal (mit NHR-Status) oder Zypern könnten dann interessanter sein.
Für Investoren
Wenn du primär von Kapitalerträgen lebst (Aktien, Dividenden, Immobilien), ist Dubai ein Traum. Keine Kapitalertragsteuer, keine Vermögensteuer. Deine Investments bleiben unberührt.
Aber: Pass auf mit Einkünften aus dem Ausland. Wenn du zum Beispiel Mieteinnahmen aus deutschen Immobilien hast, kann Deutschland diese trotzdem besteuern (weil die Immobilie in Deutschland steht). Das nennt sich Quellenprinzip.
Wie vergleichen sich die Steuersätze in Dubai mit anderen Ländern?
Lass uns das mal konkret machen. Hier ein Vergleich der wichtigsten Steuern:
Einkommensteuer: Dubai hat 0%. In vielen anderen Ländern, wie Deutschland oder Österreich, wird eine Einkommenssteuer auf das Einkommen von Privatpersonen erhoben, während Dubai bis Juni 2023 keine Einkommenssteuer kannte. Deutschland liegt bei bis zu 45% (plus Solidaritätszuschlag), Österreich bei bis zu 55%, die Schweiz je nach Kanton bei 20-40%. Klarer Gewinner: Dubai. Allerdings ist für 2025 eine Einführung der Einkommensteuer für hohe Einkommen oder große Unternehmen in Dubai geplant, was die steuerlichen Unterschiede zu anderen Ländern künftig etwas verringern könnte.
Körperschaftsteuer: Dubai jetzt bei 9%. Die steuerliche Bemessungsgrundlage in Dubai bezieht sich auf das Einkommens eines Unternehmens, das zur Berechnung der Steuerpflicht herangezogen wird. Deutschland bei etwa 30% (15% Körperschaftsteuer plus 15% Gewerbesteuer durchschnittlich), Österreich bei 25%, Schweiz bei 12-24%. Dubai ist immer noch sehr konkurrenzfähig.
Mehrwertsteuer: Dubai bei 5%. Deutschland bei 19%, Österreich bei 20%, Schweiz bei 8,1%. Auch hier: Dubai günstiger.
Vermögensteuer, Erbschaftsteuer, Kapitalertragsteuer: Dubai hat 0% bei allen dreien. In Deutschland, Österreich und der Schweiz werden alle drei erhoben (mit unterschiedlichen Sätzen).
Dubai ist eines der sieben Emirate, die zusammen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bilden. Innerhalb der Emirate nimmt Dubai eine führende Rolle als wirtschaftliches Zentrum ein und ist steuerlich immer noch eines der attraktivsten Ziele weltweit. Aber es ist nicht mehr die „Null-Steuer-Zone”, als die es oft dargestellt wird.
Wie sieht die Zukunft der Steuern in Dubai aus?
Ehrliche Antwort: Niemand weiß es genau. Aber Trends deuten darauf hin, dass die Steuern in Dubai langsam steigen werden.
Die VAE haben die Körperschaftsteuer eingeführt, um international mitzuspielen und nicht als Steueroase abgestempelt zu werden. Weitere Anpassungen sind möglich – vielleicht eine höhere Mehrwertsteuer (andere Golfstaaten wie Saudi-Arabien haben schon 15% VAT) oder zusätzliche Abgaben in bestimmten Bereichen.
Aber eine Einkommensteuer? Unwahrscheinlich. Das würde das gesamte Dubai-Modell zerstören. Die Stadt lebt davon, Talente anzuziehen – und das passiert primär wegen der Steuerfreiheit.
Was du tun solltest: Informiere dich laufend. Steuergesetze ändern sich. Was 2023 galt, kann 2025 schon anders aussehen. Bei Weltweit versichert empfehlen wir immer, einen Steuerberater zu konsultieren, der sich mit internationalen Strukturen auskennt – besonders, wenn du Unternehmer bist oder komplexe Einkommensquellen hast.
Was du vor dem Umzug nach Dubai beachten solltest
Du bist jetzt wahrscheinlich heiß auf Dubai, oder? Verständlich. Dubai liegt im Herzen der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), einem Zusammenschluss von sieben Emiraten mit Dubai als wirtschaftlichem Zentrum und Abu Dhabi als Hauptstadt und politischem Zentrum der VAE. Die Stadt ist bekannt für ihren Erdölreichtum, ihre liberale Wirtschaftspolitik und ihre spektakulären Bauprojekte. Dubais Wirtschaft blüht, die Stadt zählt zu den meistbesuchten der Welt und bietet eine hervorragende Anbindung mit einem der verkehrsreichsten Flughäfen weltweit. Die Amtssprache ist Arabisch, aber durch den hohen Anteil an Ausländern wird auch viel Englisch gesprochen. Das Bildungssystem wird kontinuierlich ausgebaut und es gibt zahlreiche internationale Schulen. Das Klima ist subtropisch, sehr heiß und trocken, mit durchschnittlichen Höchsttemperaturen von 40°C. Die Sicherheitslage ist hoch, was Dubai zu einem attraktiven Wohnort macht. Außerdem gibt es eine große deutsche Community mit etwa 12.000 deutschsprachigen Auswanderern. Aber bevor du buchst, hier ein paar Punkte, die du checken solltest:
Steuerstatus im Heimatland klären: Melde dich richtig ab. Lass dir das vom Finanzamt bestätigen. Sonst kann’s Jahre später noch Ärger geben.
Residency Visa organisieren: Ohne Visa kannst du nicht langfristig bleiben. Das läuft meist über einen Arbeitgeber oder eine eigene Firma. Oder über ein Investment (es gibt auch Investoren-Visas für Immobilienkäufe ab einem bestimmten Wert).
Krankenversicherung abschließen: Dubai hat kein öffentliches Gesundheitssystem wie in Europa. Ohne private Krankenversicherung wird’s teuer. Richtig teuer. Ein Krankenhausaufenthalt kann schnell fünfstellig werden. Bei Weltweit versichert zeigen wir dir, welche internationale Krankenversicherung für Dubai Sinn macht – gerade, wenn du zwischen Ländern hin- und herreist.
Lebenshaltungskosten realistisch einschätzen: Ja, keine Einkommensteuer ist geil. Aber wenn deine Miete 2.500 Euro im Monat kostet, die Schule deiner Kinder 20.000 Euro im Jahr und du ständig in teuren Restaurants isst (weil Kochen in der 40-Grad-Hitze keinen Spaß macht), dann ist der Steuervorteil schnell aufgefressen.
Kulturelle Unterschiede: Dubai ist modern und international, aber es bleibt ein muslimisches Land mit eigenen Regeln. Alkohol ist okay in lizenzierten Bereichen, aber betrunken auf der Straße? Nicht so gut. Zusammenleben ohne Ehe war lange illegal (wurde erst 2020 gelockert). Informiere dich über die Do’s und Don’ts.
Warum eine internationale Krankenversicherung in Dubai wichtig ist
Kurzer Einschub, weil das wirklich wichtig ist: Dubai hat exzellente Krankenhäuser – auf Weltniveau. Aber sie sind privat und teuer.
Eine einfache Arztkonsultation kann 200-400 AED (50-100 Euro) kosten. Eine Notaufnahme? Schnell 2.000-5.000 AED (500-1.250 Euro). Eine Operation? Zehntausende.
Viele Arbeitgeber in Dubai bieten eine Krankenversicherung an (ist sogar Pflicht für Residency Visas), aber die Deckung ist oft basic. Wenn du selbstständig bist oder eine bessere Absicherung willst, brauchst du eine internationale Krankenversicherung.
Bei Weltweit versichert haben wir spezielle Tarife für Expats in Dubai. Die decken nicht nur Dubai ab, sondern auch weltweite Reisen – falls du mal nach Thailand fliegst oder nach Europa zurück willst. Du kannst oft wählen, in welchem Land du dich behandeln lässt. Manche Leute fliegen für größere OPs zurück nach Deutschland, weil sie dort das Gesundheitssystem kennen. Mit der richtigen Police ist das kein Problem.
Und ehrlich: Ohne Versicherung in Dubai zu leben ist russisches Roulette. Ein einziger medizinischer Notfall kann deine Ersparnisse vernichten. Lass das nicht zu.
FAQ: Häufige Fragen zu Steuern in Dubai
Muss ich in Dubai Einkommensteuer zahlen? Nein. Dubai erhebt keine Einkommensteuer auf Gehälter, Löhne oder persönliche Einkünfte. Das gilt für alle Einwohner – egal ob Staatsbürger oder Expat. Dein Gehalt bleibt komplett bei dir. Die einzige Ausnahme: Wenn du Einkünfte aus dem Ausland hast, die dort schon besteuert werden (z.B. Mieteinnahmen aus Deutschland), greift das Quellenprinzip.
Wie werden internationale Einkünfte und Quellensteuer in Dubai behandelt? In Dubai gibt es keine Quellensteuer auf internationale Einkünfte wie Zinsen, Dividenden oder Lizenzgebühren. Das bedeutet, dass Einkünfte wie Zinsen, die aus dem Ausland stammen, in Dubai nicht zusätzlich mit einer Quellensteuer belegt werden.
Gibt es eine Schenkungssteuer in Dubai? Nein, Dubai erhebt keine Schenkungssteuer. Das macht die Stadt besonders attraktiv für wohlhabende Privatpersonen und Unternehmen, da auch Erbschaften und Schenkungen steuerfrei bleiben.
Wie hoch ist die Körperschaftsteuer in Dubai? Seit Juni 2023 gibt’s eine Körperschaftsteuer von 9% auf Unternehmensgewinne über 375.000 AED (etwa 94.000 Euro). Gewinne darunter sind steuerfrei. Im internationalen Vergleich ist das sehr niedrig. Manche Freizonen bieten sogar weiterhin 0%, wenn du nur außerhalb der VAE Geschäfte machst. Das ist aber an strenge Bedingungen geknüpft.
Gibt es Mehrwertsteuer in Dubai? Ja, seit 2018 gibt’s 5% VAT auf die meisten Waren und Dienstleistungen. Ausnahmen sind Gesundheit, Bildung, Finanzdienstleistungen und Wohnimmobilien. Im Vergleich zu Europa (19-20%) ist das immer noch günstig, aber es ist trotzdem eine Steuer, die du im Alltag merkst.
Muss ich in Dubai KFZ-Steuer zahlen? Nicht im klassischen Sinn. Es gibt keine jährliche Autosteuer basierend auf Hubraum oder CO2. Aber du zahlst Registrierungsgebühren (etwa 400 AED pro Jahr) und Maut über das Salik-System (4 AED pro Durchfahrt). Wenn du viel fährst, summiert sich das auf etwa 3.000 AED im Jahr.
Kann ich in Deutschland noch steuerpflichtig sein, wenn ich in Dubai lebe? Ja, das ist möglich. Deutschland prüft deinen Lebensmittelpunkt. Wenn du dich weniger als 183 Tage in Dubai aufhältst, Familie in Deutschland hast oder dort noch Geschäfte führst, kannst du weiterhin unbeschränkt steuerpflichtig sein. Deshalb: Richtig abmelden und dokumentieren, dass dein Lebensmittelpunkt wirklich in Dubai ist.
Gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Dubai und Deutschland/Österreich/Schweiz? Nein, aktuell nicht. Das bedeutet theoretisch, dass Einkünfte in beiden Ländern besteuert werden könnten. Praktisch ist das für die meisten Privatpersonen kein Problem, weil Dubai keine Einkommensteuer erhebt. Aber bei komplexen Einkommensstrukturen (z.B. Unternehmensanteile) solltest du einen Steuerberater konsultieren.
Was ist die Wegzugsbesteuerung und betrifft sie mich? Die Wegzugsbesteuerung greift, wenn du Anteile an einer Firma hast (mindestens 1%) und ins Ausland ziehst. Deutschland besteuert dann die stillen Reserven (also den Wertzuwachs der Anteile), als hättest du sie verkauft. Das kann teuer werden. Es gibt Möglichkeiten, die Steuer zu stunden (über fünf Jahre), aber du solltest das unbedingt mit einem Experten besprechen.
Brauche ich in Dubai eine Krankenversicherung? Ja, absolut. Für ein Residency Visa ist eine Krankenversicherung Pflicht. Und selbst wenn nicht: Die medizinischen Kosten in Dubai sind extrem hoch. Ein Krankenhausaufenthalt ohne Versicherung kann dich Zehntausende Euro kosten. Arbeitgeber bieten oft eine Basisversicherung, aber für umfassenden Schutz empfehlen wir bei Weltweit versichert eine internationale Krankenversicherung.
Dubai ist immer noch ein Steuerparadies – aber mit Sternchen
Okay, fassen wir zusammen. Dubai hat keine Einkommensteuer, keine Vermögensteuer, keine Erbschaftsteuer. Das allein macht es zu einem der attraktivsten Steuerziele weltweit. Für Angestellte bedeutet das: Du behältst fast dein komplettes Gehalt. Für Investoren: Deine Kapitalerträge bleiben unberührt.
Aber: Es gibt Steuern. Die Körperschaftsteuer von 9% (seit 2023) betrifft Unternehmer. Die Mehrwertsteuer von 5% betrifft alle. Und dann sind da noch die versteckten Kosten: Visa-Gebühren, Maut, teure Schulen, hohe Mieten.
Dubai ist kein Gratis-Paradies. Es ist ein Ort, an dem du strategisch planen musst. Wenn du es richtig anstellst – Steuerstatus klären, Firma intelligent strukturieren, Lebenshaltungskosten im Griff – dann kannst du massiv sparen. Wenn du es falsch angehst, kann’s teurer werden als gedacht.
Und ganz wichtig: Absichern nicht vergessen. Eine internationale Krankenversicherung ist Pflicht in Dubai. Ohne sie riskierst du finanzielle Katastrophen bei einem medizinischen Notfall. Bei Weltweit versichert beraten wir dich gerne, welche Police zu deinen Plänen passt – egal ob du Angestellter, Unternehmer oder digitaler Nomade bist.
Dubai ist ein spannendes Ziel. Steuerlich attraktiv, modern, international. Aber eben auch komplex. Informiere dich gut, lass dich beraten, und dann: Pack die Koffer. Die Sonne wartet.